Fischarten






Fischname:
Flußneunauge, Pricke
(Lampetra fluviatilis)
Ordnung:
Neunaugenartige
(Petromyzontiformes)
Familie:
Neunaugen
(Petromyzontidae)
Gattung:
Lampetra
Die zweitgrößte einheimische Neunaugenart ist wie das Meeresneunauge anadrom. Die Tiere wandern im Herbst vom Meer in die Flussoberläufe, wobei noch nicht geklärt ist, ob es ihre Ursprungsgewässer sind, die von den fortpflanzungsbereiten Tieren wieder aufgesucht werden. Dort legen sie zunächst eine Winterruhe ein, bevor sie von März bis Mai ablaichen.
Gefährdet ist das Flussneunauge sowohl durch Verschlechterung der Wasserqualität, durch die Wanderbarrieren und durch Verschlammung des Bodengrundes Ihrer Larvalbiotope aufgrund von Regulierung und Nährstoffeinleitung. Flussneunaugen sind vom Aussterben bedroht.
Nicht bekannt.
Die wichtigsten Merkmale des Flussneunauges:
Verwechslungsarten: Im Verbreitungsgebiet nur mit dem Meeres- und dem Bachneunauge zu verwechseln. Unterscheidung anhand der Größe und der Bezahnung der Mundscheibe.
Die Länge beträgt meist 30-40 cm, große Weibchen können bis 50 cm lang werden. Sie sind daumendick.
Küstengebiete von Ost- und Nordsee bis ins westliche Mittelmeer, einschließlich der dort mündenden Flusssysteme.
Binnenformen existieren in den großen Seen Nordwest- Russlands (z.B. eine völlig schwarze Form im Ladogasee).
Nicht im Donaubecken.
Zum Laichen – im Frühjahr (Februar-Mai) - benötigt das Flußneunauge beschattete Bachbereiche mit 5 - 30 cm (max. 60 cm) Wassertiefe sowie mit Kies-Sand-Sedimenten.
Die Paarung erfolgt tagsüber in Gruppen bis zu 15 Tieren und bei einer Temperatur ab 10 –11 ° C. Die Larven benötigen Feinsedimentbereiche (Ton-, Schlick- und Sandfraktionen) mit geringer Strömungs-geschwindigkeit unter
0,4 m/s.
Nach der Eiablage (4.00 -40.000 Eier) gehen die Elterntiere zugrunde. Die Larven (Querder) wandern in geeignete Gewässerabschnitte, wo durch ausreichende Strömung Ab- und Umlagerungen organischer Substanzen gewährleistet sind.
Die Flussneunaugen wandern nach der Metamorphose (ab März), bei einer Länge von 9-15 cm und nach 3-5 jährigem Süßwasseraufenthalt ins Meer. Die Abwanderung findet nur nachts statt.
Im Meer halten sich Flussneunaugen wohl vorwiegend im flachen Küstenbereich auf. Sie ernähren sich von Fischen (Heringe, Dorsche u.a.), deren Schwärmen sie folgen. Im Gegensatz zu Meeresneunaugen, die vorwiegend Blut und andere Körpersäfte saugen, sind Flussneunaugen in der Lage, Haut- und Muskelstücke von ihren Opfern abzuraspeln. Dabei dringen sie oft in die Leibeshöhle ihrer Beutefische ein, wobei diese natürlich getötet werden. Die Lebensweise des Flussneunauges ist somit eher räuberisch als parasitisch.
Die Rückwanderung zu den Laichgebieten - hierbei wird die Nahrungsaufnahme eingestellt - erfolgt
3 -5 Jahre später.
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